Wa(h)lbeteiligung
Sonntag, 30. August 2009Vornweg: Ja ich bin Wählen gegangen, denn meine Stimme zählt!
Nachher: Aber damit gehöre ich Schätzungsweise zu gerade mal 40% der Bürger die auch Wählen waren (bzw. noch gehen werden).
Warum in Gottes Namen begreifen so wenige Menschen, daß die Wahl DAS Instrument ist um seine Meinung zu vertreten. Nein, lieber gehen sie auf die Straße und brüllen “Wir sind das Volk“. Dabei könnten Sie mit vier Strichen (also zwei Kreuzen) viel mehr erreichen.
Viele Jugendliche mit denen ich in Kontakt stehe gehen lieber auf den Dancefloor anstatt ins Wahllokal. Wenn ich dann den berühmten Satz stelle: Und? Gehst’e Sonntag auch wählen? kommt meist nur ein: Nö. Ich hab kein’ Bock. oder Ich weiß eh nicht was ich wählen soll. Dabei verstehen Sie nicht, dass nicht nur das Kreuz zählt, sondern allein die Anwesenheit. Denn auch ungültig gewählt, ist gewählt und zeigt evtl. einen Trend zu einer andern Staatsstruktur.
Aber die jungen Leute von heute gehen nicht oder nur ungern wählen, weil sie kein Zusammengehörigkeitsgefühl mehr haben. Jeder ist sich selbst der Nächste und wenn jeder an sich denkt ist doch an alle Gedacht, oder?
Erschwerend kommt hinzu, dass die Parteien - egal welcher Farbe - nicht transparent genug sind. Keiner weiß was hinter den Kulissen abläuft, keiner weiß welche Entscheidung wozu führt. Und so entsteht das Gefühl, dass Politiker nur kühl berechnende und herzlose Marionetten ihrer selbst sind, da sie besonders lang im Amt und damit besonders viel Geld verdienen möchten.
Dabei könnte man doch viel Einfacher jedem Menschen darlegen, wie verschiedene Dinge in der Politik laufen, warum Entscheidungen so gefällt wurden und ob es die Menschen - die Wähler - anders gemacht hätten. Heute müssten die Menschen in große Entscheidungen mit Einbezogen werden, müssten mehr Informationen über die Hintergründe bekommen. Allerdings in einem Format, welches auch ein wenig Intellektueller versteht.
Der momentane Regierungsapparat mit seinen vier Jahren Laufzeit ist für heutige Verhältnisse zu starr, zu unflexibel. In Zeiten von Onlinepetitionen gegen Kinderpornografie oder dem elektronischen Reisepass (demnächst auch Personalausweis) wird eine sichere Wahl per Computer doch möglich sein.
Aber selbst die muss nicht unbedingt nötig sein. Die Briefwahl ist genauso sicher wie der Gang ins Wahllokal. Man bekommt quasi die Demokratie per Post. Einfach, bequem und kostenlos.
Mal als Referenz dazu:
Es würde mich echt interessieren wie viele Menschen sich per SMS an einer “Wahlshow” auf einem Privatsender beteiligen würden. Wählen Sie jetzt Ihre Lieblingspartei. Senden Sie dazu eine SMS mit WAHL<Leerzeichen><Name der Partei> an 11111. Das Ergebnis sehen Sie am Ende der Sendung. Zu Gewinnen gibt es diesen tollen Opel ‘Lepo’.