Neusprech.
Mittwoch, 31. Dezember 2008Zwei geborgte: Tuborg
Zwei geborgte: Tuborg
All you can eat…
Ein Raum, relativ groß. Auf der einen Seite eine Bühne, die über die gesamte Breite des Raumes geht. Auf der anderen Seite ein Publikum das im Schneidersitz auf dem Boden sitzt. Der gesamte Raum ist mit einer Art orangefarbenem Flies überzogen. Es gibt keine offenen Kanten, alles ist abgerundet.
Auf der Seite der Bühne ist der Raum etwas breiter. An den Wänden dieser Verbreiterung hängen eine Art Regale. Diese bestehen aus einem frei tragenden Holzbrett. Auf der Bühne steht ein fahrbares Baugerüst. In der Mitte des Raumes ist ein Schwebebalken hoch oben über dem Publikum angebracht. Er steht auf gestapelten Holzbalken und -brettern.
Unterirdisch verläuft rechts neben dem Raum ein Gang zur Bühne vor. Ich weiß nicht woher er kommt. Jedoch ist er mit sehr rauen Mosaikfliesen auf dem Fussboden versehen. Sie sind blau und weiß immer im wechsel gemustert. Ein Seiteneingang führt direkt in den Raum vor der Bühne.
Einige Menschen befinden sich mit mir auf der Bühne und führen Sprünge und Kletterei am Gerüst und an den Holzregalen vor. Wir balancieren alle nacheinander auf dem Schwebebalken entlang und kriechen zu guter letzt in 4 Metern Höhe an der Wand entlang, ohne daß dort ein Sims oder eine andere Möglichkeit zum festhalten wäre. Wir kleben förmlich mit dem Rücken an der Wand, haben die Hände flach an die Tapete gepresst und die Beine leicht angewinkelt. So krabbeln wir von einer Seite es Raumes zur anderen.
Ein Platz, gepflastert mit alten DDR-Gehwegplatten. Rau und matt. Auf diesem Platz sind eine Art Spielgeräte aus runden Holzbalken aufgestellt. Zwei Balken stehen jeweils aufrecht, ein dritter liegt darüber zur Stabilisierung. Unter diesem Tor ist der Boden wie aus Gummi gemacht, ähnlich einem Trampolin. Zwischen den beiden Balken ist ein dickes Seil gespannt. Diese Konstruktionen sind vier Mal auf diesem Platz vorhanden. Zudem ist eine Art Wartehäuschen am Rande des Platzes. Es ist vollkommen aus Beton und einige Graffiti zieren es. Unweit davon entfernt verläuft eine viergleisige Bahnstrecke. Ein Weg führt vom Platz bis dorthin.
Menschen tummeln sich auf dem Platz. Ich kann nicht genau erkennen wer sie sind. Es scheint unwichtig zu sein. Zwei oder drei dieser Menschen scheine ich zu kennen. Wir tanzen auf den Trampolinen um die gespannten Seile herum.
Dann herrscht unter uns Aufbruchstimmung. Wir wollen gehen. Ich möchte noch ein Foto schießen und bringe ein wenig abseits vom Platz meine Kamera auf einem Stativ in Stellung. Die anderen machen sich bereit und nehmen Aufstellung vor der Kamera.
Plötzlich taucht ein Urzeitmonster auf. Es ist kaum größer als wir und läuft auf zwei Beinen. Seine haut ist mit Panzerplatten überzogen. Es hat eine runde Knollnase und Augen so groß wie Autoscheinwerfer. Die sind total milchig, es dürfte damit eigentlich garnichts sehen können und Augenlider hat es auch nicht.
Das Monster frisst meine teure Spiegelreflexkamera auf und zermalmt sie zwischen seinen Kauleisten. Damit das Monster uns nicht angreift, beschließe ich es lächerlich zu machen, indem ich es den restlichen Menschen vorführe. Insgeheim hoffe ich, daß mir jemand mit diesem Ungetüm hilft.
Plötzlich ist das Wesen aus der Urwelt verschwunden und ich stehe am anderen Ende des Platzes, an dem sich das Betonhäuschen und der Weg zu den Gleisen befindet. Die rauen Platten unter meinen Füßen sind nass und Pfützen haben sich gebildet. Es muss wohl geregnet haben.
Ich suche mir einen trockenen Fleck zwischen den Pfützen und schaue mich um. Die Menschen sind weg. Nur die drei Bekannten sind noch da. Neben meiner Pfütze steht ein hübsches Mädchen in einem Kleid. Sie ist mir vorher nicht aufgefallen, trotzdem mag ich ihren Anblick irgendwie. Eine ältere Frau läuft vorbei. Sie ist angezogen wie ein traditionelles russisches Mütterchen, mit Kopftuch und rot/gold quergestreifter Schürze. Ihre restliche Kleidung ist schwarz.
Ich stelle dem Mädchen diese Frau als meine Mutter vor, auch wenn ich weiß, daß meine Mutter garnicht so aussieht. In dem Moment hüpft das Mädchen los, auf dem Weg in Richtung Gleise. Die anderen sind bereits vor gelaufen. Ich renne hinterher. Kurz vor den Gleisen erreiche ich sie und versuche sie davon abzuhalten über die Gleise zu laufen. Schließlich ist es weit und man kann stolpern und hinfallen. Und meist kommt dann auch ein Zug.
Aber sie hören nicht und hüpfen los. Mit einer Leichtigkeit erreichen wir die andere Seite der Bahnstrecke. Dort befindet sich eine Mauer an der man nicht nach oben klettern kann. Zu steil. Ein paar Meter weiter ist ein großes Loch in der Mauer, wie eine Art Eingang zu einer Höhle oder Grotte. Der Eingang scheint schon alt und verfallen zu sein, jedoch aber durch Menschen erbaut. Wir laufen ein Stück hinein. Geradeaus fängt eine große dunkle Grotte an und man kann Felsen erkennen an denen blaugrünes Moos wächst. Wenn man den Kopf nicht einzieht, stößt man sich. Links von uns ist eine weitere Mauer mit einem Durchgang, der an seiner rechten Seite mit einer korinthischen Säule abgestützt ist.
Die Anderen sind schon längst im Dunkel der Grotte verschwunden, nur das Mädchen tollt noch vor mir her. Ich will sie davon abhalten den Anderen in die Grotte zu folgen, doch sie springt lieber umher und versteckt sich vor mir im Durchgang hinter der Säule.